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Informationen rund um die Senioren-Betreuung

DIE WELTWOCHE zu Gast bei unseren Kunden

Erstellt von Alex Reichmuth und Stefan Weiss, Weltwoche Nr. 35.17 | |  Seniorenpflege zuhause

Ausnutzung, Ausbeutung: Meist berichten Medien empört über Pflegerinnen aus dem Osten, die Betagte zu Hause umsorgen. Politiker fordern, die angeblich unhaltbaren Zustände zu beseitigen. Die Realität bei der Privatbetreuung ist weitaus positiver.

 

Silvia Münger* machte vor einigen Monaten eine unangenehme Erfahrung. Sie besuchte ihre Schwiegereltern, zusammen mit ihrem Mann. Was sie antrafen, war unschön: «Es war schmutzig, und es lagen alte Lebensmittel herum. Der Schwiegervater war in ungepflegtem Zustand. Wir stiessen zudem auf unbezahlte Rechnungen», so Münger. Was sie und ihr Mann vorher nicht realisiert hatten, war nun offenkundig: Das alte Paar verwahrloste zunehmend.

Müngers Schwiegereltern sind schon seiteiniger Zeit eingeschränkt: Er hat wegen körperlicher Gebrechen Mühe, selbständig zu essen und sich zu pflegen. Sie wiederum weist mentale Defizite auf: «Sie kauft etwa Lebensmittel ein, obwohl es im Haus noch mehr als genug davon hat», sagt Silvia Münger. Lange habe sich das Paar aber gegenseitig helfen und so den Alltag bewältigen können. Das funktionierte nun nicht mehr.Was nun? Zuerst dachten die Müngers, das alte Paar müsse wohl in ein Altersheim gehen. Ein Heimplatz wäre verfügbar gewesen. Aber die Kosten waren mit monatlich rund 12 000 Franken enorm hoch. Darum fassten Müngers eine andere Option ins Auge: eine Person zu engagieren, die bei den Schwiegereltern wohnt und sich um diese kümmert. Die Vorteile schienen offensichtlich: Das alte Paar kann in seinen vier Wänden bleiben, und die Kosten sind erst noch deutlich tiefer. Die Schwiegereltern waren einverstanden. Man kontaktierte die Agentur Daheim24 in Baar. Die Zuständigen hätten die Bedürfnisse ihrer Schwiegereltern vor Ort abgeklärt und kompetent gewirkt, sagt Silvia Münger. Alsbald war ein Vertrag mit der Agentur unterzeichnet.

Regelmässige Kontrollen

Laut dem Bund arbeiten in der Schweiz rund 10 000 ausländische Betreuerinnen in Privathaushalten. Sie kommen überwiegend ausOsteuropa. Sie kochen, putzen, begleiten die Betagten und helfen ihnen bei alltäglichen Verrichtungen. Die medizinische Versorgung– etwa Spritzen verabreichen – gehört aber nicht zu ihren Aufgaben. Die Medien berichten fast durchgehend empört über die «Billig-Pflegerinnen»: Sie prangern den vergleichsweise tiefen Lohn der Frauen an sowie die angeblich unzumutbar langen Einsatzzeiten.Von «miserablen Arbeitsbedingungen»schrieb der Tages-Anzeiger. Die Pflegerinnen würden «ausgebeutet», es handle sich um «moderne Sklaverei». Tatsächlich sind private Haushalte als Arbeitgeber nicht dem Arbeitsgesetz unterstellt. Agenturen wie Daheim24 müssen aber den Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih einhalten und entsprechende Kontrollen über sich ergehen lassen. Politiker wie die Nationalrätinnen Barbara Schmid-Federer (CVP) oder Bea Heim (SP) fordern dennoch, den Einsatz von «Billig-Pflegerinnen» stärker zu regulieren – angeblich zu deren Schutz. Wenige Wochen nach Abschluss des Vertrags lernte Silvia Münger die Betreuerin kennen, für die man sich auf Empfehlung der Agentur entschieden hatte: Brigita*, Slowakin, 58 Jahre alt, alleinstehend. Die Frau habe ganz und garnicht wie ein schutzbedürftiges Huscheli gewirkt,so Münger: «Eine selbstbewusste und bodenständige Frau.» Brigita habe in ihrem Heimatland trotz höherer Ausbildung weit weniger als tausend Euro pro Monat verdient. Aus Sorge vor Altersarmut habe sich die Slowakin entschlossen, in Westeuropa zu arbeiten, erzählt Silvia Münger. Damit habe sie ihren Verdienst vervielfacht und könne für eine höhere Rente sparen. Zuvor habe Brigita schon an anderen Orten Betagte betreut.

Die Erfahrungen mit ihr seien gut: «Sie sorgt für Ordnung im Haushalt. Wir wissen die Schwiegereltern nun in guten Händen», sagt Münger. Nicht immer gestalte sich ein neues Betreuungsverhältnis so problemlos. Das sagt Andreas Szostek, Geschäftsführer von Daheim24: «Wenn eine fremde Person bei einem älteren Paar einzieht, kann es natürlich zu Spannungen kommen – manchmal auch zu unüberwindbaren.» In solchen Fällen sei ein rascher Wechsel der Betreuungsperson vertraglich zugesichert. Seine Agentur achte beider Auswahl der Betreuerinnen auf Eignung und Erfahrung, so Szostek. Die verpflichteten Frauen kämen fast ausschliesslich aus der Slowakei und aus Polen: «Wir sind dort gut vernetzt und haben lokale Partner, denen wir vertrauen.» Es gebe keinen Mangel an Bewerbungen. Als Privatbetreuerin in der Schweiz zu arbeiten, sei für viele Polinnen und Slowakinnen attraktiv, so Szostek. Man verpflichte bevorzugt etwas ältere Frauen, um zu verhindern, dass betreuungsbedürftige Kinder zurückbleiben müssten.

Zur überwiegend negativen Presse äussert sich Andreas Szostek zurückhaltend: «Es gibt viele schwarze Schafe unter den Vermittlern von Privatbetreuerinnen.» Manche Vermittler arbeiteten illegal, was dann in der Tat zu schlechten Arbeitsverhältnissen führen könne. Er wisse von Privatbetreuerinnen, die pro Monatweniger als 2000 Franken brutto verdienten. Seine Agentur arbeite legal, so Szostek, und halte die gesetzlich vorgeschriebenen Lohn-,Freizeit- und Ferienansprüche der Angestellten ein. Das Schlagwort «24-Stunden- Betreuung» sei irreführend: «Die Betreuerinnen wohnen zwar bei den Betagten, haben aber selbstverständlich regelmässig freie Tage ohne Pikettpflichten.» Die vergleichsweise hohen Präsenzzeiten würden durch Freizeit ohne Bereitschaftspflichten abgegolten.

Geradezu fürstliches Einkommen

Brigita verdient monatlich rund 3000 Franken brutto. Für Schweizer Verhältnisse ist das sicher ein tiefer Lohn – verglichen mit einem durchschnittlichen Einkommen in vielen Oststaaten aber ein geradezu fürstliches Einkommen. «Ohne Zweifel ist der Verdienst für unser Personal ein entscheidender Grund, in der Schweiz zu arbeiten», sagt Andreas Szostek. Silvia Müngers Schwiegereltern kostet die Privatbetreuung 5200 Franken pro Monat. Geschätzte 1500 Franken davon fliessen an Daheim 24. Berücksichtigt man den Aufwand der Firma, etwa für Personalrekrutierung, Begleitung von Einsätzen oder für verschiedene Abrechnungspflichten, scheint dieser Anteil angemessen. Silvia Münger sieht in der Verpflichtung von Brigita nur Vorteile: Den Schwiegereltern bleibe der Übertritt in ein Heim erspart, und die Betreuerin habe einen Job, der deutlich lukrativer sei als einer in der Slowakei. Im Übrigen kenne Brigita ihre Rechte als Arbeitnehmerin sehr wohl und nehme diese auch in Anspruch. Es sei «absoluter Unsinn», so Münger, Privatbetreuung durch Frauen aus dem Osten mit Ausbeutung gleichzusetzen. Die Betreuung durch Privatpfleger werde in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, ist Agentur-Geschäftsführer Andreas Szostek überzeugt: «Die Zahl der Betagten steigt, und gleichzeitig laufen die Kosten für Heimaufenthalte aus dem Ruder.» Darum seien Alternativen nötig, schon rein aus volkswirtschaftlichen Gründen. Einer klaren gesetzlichen Regulierung seiner Branche kann Szostek nur Positives abgewinnen: «Vermittler, die wie wir seriös arbeiten, sind dann im Vorteil.» Zweifelhafte Konkurrenten hingegen würden eliminiert.

Weltwoche Nr. 35.17

Bild: Stefan Weiss

* Alle Namen geändert

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